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Sonntag, 26. August 2007

Bombenanschlag in Hyderabad

Am Samstag abend gab es hier in Hyderabad zwei Bombenanschlaege bei denen ca 40 Menschen starben und um die 70 verletzt wurden. Weitere Bomben (die Berichte schwanken zwischen 12 und 19) konnten rechtzeitig entschaerft werden.
Uns geht es gut und wir hatten noch nicht einmal etwas davon mitbekommen. Unser Internet liegt mal wieder brach zu Hause und wir haben erst Sonntag nachmittags davon erfahren.

Was mir allerdings schon etwas Sorgen macht, ist dass wir letzten Sonntag (s. Eintrag unten von dort geht das Boot zum Buddha) im Lumbini Park waren. Und dieses Wochenende wollten wir eigentlich in ein Kino gehen, wo eine weitere Bombe gefunden wurde.
Auf dem Weg zur Arbeit haben wir Polizei vor dem grossen Kaufhaus gefunden in dem wir am Nationalfeiertag waren. Ich nehme an, da wurde dann auch eine gefunden? War genauso abgesperrt wie das Kino.

Wir haben gerade erfahren, dass wohl mehrere AIESEC Studenten an dem Abend sogar bis kurz vorher im Pakr waren, sie sind aber gegen 7 Uhr nach Hause gegangen.

Das beste was man wohl machen kann ist groessere Menschenansammlungen meiden und nicht zuviel besuchten Orten gehen aber das kann es doch auch nicht sein?

Mittwoch, 22. August 2007

Das dritte Wochenende - Sonntag

So und um das Wochenende noch abzuschliessen fehlt noch der Sonntag. (hier kommen noch Photos ;) )

Sonntag hatten wir uns mit Radha und einem Freund von ihm verabredet. Sie wollten uns den See und den Buddha auf der Insel zeigen.

Wir fuhren an die Rundstrasse um den See, die wir mit unserer Rikscha auch schon eins zwei mal befahren hatten und hielten am Rand um uns den See mal kurz anzuschauen. Die Inder müssen echt auf ihre Umwelt achten. Der See war einfach nur ekelhaft. Lauter Müll und das Wasser war sowas von ölig.

Auf dem Rückweg zum Auto wär es dann fast passiert und ich wäre in ein Auto gerannt. Eigentlich komme ich mit dem Verkehr sehr gut klar und habe keinerlei Probleme über die Strasse zu gehen aber in dem Moment..
Wir standen schon in der Hälfte der Strasse, als Radhas Freund meinte kommt und er und Lena gingen durch die Lücke die es gerade im Verkehr gab. Ich hatte es eingeschätzt, dass es zu knapp wird und blieb stehen, als Radha meinte "go". Worauf ich mit kurzer Verzögerung einen Schritt auf die Fahrbahn machte. Dann aber instinktiv direkt wieder zurück, weil es zu spät war.

Naja was lernt man daraus: Im indischen Verkehr gehen wenn man selbst denkt man kann gehen.
Wenn man da auf andere hört kann einen das zu sehr verwirren und es kann schlecht ausgehen.

Wir sind danach mit dem Boot zum Budda gefahren, was an sich ein sehr ruhiger Ort ist (man hört fast keine Hupen), der auch recht idyllisch wäre, wenn es keine Schnacken (See), welche ich anziehe gäbe und der See nicht müffeln würde.
Vor dem Abendessen machen die Inder im Allgemeinen einen Spaziergang also marschierten wir danach, als wir wieder an Land waren mit unseren beiden Begleitern durch einen Park und unterhielten uns über Politk und die Gemeinsamkeiten bzw Unterschiede von Deutschland und Indien. Hat sehr viel Spass gemacht.

Dann ging es ans Abendessen. Wir gingen in ein gutes Restaurant, wo es das typische Hyderabad Gericht Chicken Biryani gibt, und das dort wohl besonders gut.
Wenn man es ganz einfach macht ist es einfach Hühnchen mit Reis ;) Der Reis ist sehr feiner Basmatireis, der mit Joghurt und verschiedenen Gewürzenzubereitet wird.

Wir hatten schonmal etwas in der Art gegessen und das hatte mir gar nicht geschmeckt. Also entschied ich mich gegen das Fleisch und für das vegetarische Biryani. Das hat dann auch ganz vernünfitg geschmeckt aber ein wirklicher Fan davon werde ich wohl nicht werden.
Da bevorzuge ich mein Dal mit Nan (Linsen mit Fladenbrot) oder das südindische Dosa.

Um das Essen dann abzurunden sind wir in eine indische Teestube (Teekneipe?) gefahren. Das sind einfach offene Räume in den Strassenzüge wo man Tee (Chai ist das hindi-Wort für Tee also nützt der Begriff Chai hier nicht viel und wir wissen nicht was für ein tee und von wo er ist) mit Büffelmilch bekommt.
Ich werde auch hier in Indien nicht zum Teetrinker.

Danach gab es noch ein sogenanntes "Sweet Pan". Pan ist Betelnuss mit Kalk und Tabak. Eigentlich nichts was ich unbedingt ausprobieren wollte, auch wenn es in Asien nunmal üblich ist Betelnüsse zu kauen.
Sweet Pan ist aber ohne den Tabak und Kalk dafür mit Honig und Gewürzen. Gut es bleibt immer noch die Betelnuss. Wobei sie wie wir das erklärt bekommen haben ist das gar keine wirkliche Betelnuss. Ich muss da nochmal weiter suchen was das  genau war.

Auf jeden Fall war es ein schöner Abend mit den beiden.

Das zweite Wochenende

..ist zwar schon etwas länger her aber, da ich noch nichts darüber geschrieben habe mal schnell ein paar Worte dazu. Unser erstes Wochenende hier hatten wir genutzt um uns DIE Sehenswürdigkeit in Hyderabad anzuschauen, das Charminar.
Nachdem wir uns im Reiseführer (Internet hatten wir da noch nicht) uns angeschaut hatten in welche Richtung wir etwa müssen die erste Rikscha geschnappt, die uns da hin fahren wollte (man ist leider immer auf den guten Willen der Fahrer angewiesen. Kommt oft genug vor, dass die uns anschauen als verlangten wir dass sie uns hintragen und die Strecke irgendwohin ist unzumutbar.) und los gehts.
Während wir so eine Weile durch die Stadt gegondelt sind ist uns die unglaublich strategische Planung der einzelnen Läden aufgefallen.
Hier sind die Läden wirklich nach Strassenzügen geordnet. Zuerst kommen ca 20+ Motorrad/Rikscha-Werkstätten, da weiss man, dass man sich gerade in einem ärmeren Viertel aufhält, nach der nächsten Kreuzung kommen lauter kleine Einkaufsläden auf einem Haufen (grössere Strasse, paar Anwohner), dann kommen Stoff und Schmuckgeschäfte auch fein säuberlich nebeneinander (reiche Gegend) und so weiter.
Wenn man hier einen grösseren Einkauf machen will muss man also durch die halbe Stadt fahren bevor man alles hat. Kein Wunder dass die Strasse immer überfüllt sind.

Als der Smog dann unwesentlich (nicht mehr wirklich atembar) mehr wurde kamen wir am Charminar an.
Alles voller Verkäufer und Rikschas. Rikschas ohne Ende. Und dazwischen dann das "4-Tor".
Also schön in die Schlange gestellt die Bettlerinnen ignoriert. Was anderes bleibt einem leider nicht wirklich übrig. Die lauern da nur drauf, dass man was gibt, kamen dann auch direkt 3 an die alle ein Baby auf dem Arm hatten um nochmehr Mitleid zu erregen. Je länger man drüber nachdenkt desto schlechter wird das Gewissen.
Nach einiger Zeit kamen wir dann aber an den Eingang und wurden auch schon direkt vom Wachmann rausgezogen und zu einer extra Kasse gebracht. Die ganzen Sehenswürdigkeiten kosten für Ausländer nämlich wesentlich mehr. Während die Inder als für 5 (oder warens sogar 10?) Rupees reinkommen durften wir 100 Rupees pro Person zahlen und der nette Wachmann stellte sich gleich noch als Touristguide vor und fragte ob wir eine Führung wollten. An der Stelle war ich noch schlau und habe nein gesagt.
Nachdem wir ein paar Minuten im Bereich unter dem Charminar standen und von indischen Jugendlichen photographiert wurden (kostet bei mir absofort 100 Rupees) sind wir dann durch eine steile, enge Treppe nach oben gegangen.
Das Ausblick war auch ganz nett (auf den Photos sieht das irgendwie alles viel schöner aus als es uns in echt vorkam) und die verschiedenen Details des Charminar waren auch schön anzusehen aber ich muss sagen, dass ich schon wesentlich schönere, eindrucksvollere Gebäude gesehen habe.
Als wir dann mit unserem Rundgang schon fast fertig waren und uns nur noch ein paar Photos von der Moschee nebenan gemacht hatten kam erneut ein freundlicher Wachman auf uns zu stellte die üblichen "Woher seid ihr"-Fragen und dann kam die Frage, soll ich euch bissel was erzählen.
Und da war wieder der Moment in dem ich (im Gegensatz zu Lena die nicht wollte)  einfach zu nett war und sagte ja. Irgendwie passiert mir das immer wieder, ich bin ein gutes Opfer für solche Leute.
Also legte er los und erzählte und seinen Text (der im übrigen auch unten auf einem Schild stand) und nachdem er fertig war wollten wir uns erkenntlich zeigen, ihm 20 Rupees geben aber dann nein seine Gebühr wären 100 Rupeen. Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Lena hat ihm dann gesagt, er hätte es vorher sagen müssen und so weiter haben wir ihn auf 50 runtergedrückt. Immer noch zu viel aber nicht mehr änderbar.
Die Moschee haben wir uns dann noch von nahem angeschaut (auch nicht so beeidruckend obwohl sie riesig ist und sich regelmässig 10.000 Moslems da sammeln um zu beten und dann noch den nahegelegenen Basar, der vom Lonely Planet empfohlen wurde. Aber irgendwie nachdem wir minutenlang die Strasse entlang gelaufen sind und nur Schmuck und Stoffläden gesehen haben haben wir wieder umgedreht. Und sind mit der nächsten Rikscha nach Hause gefahren.
Dort hab ich dann nochmal in den Reiseführer geschaut und wenn ich die Karte richtig verstanden habe, hätten wir wohl ein einer Stelle einfach von der Strasse abbiegen müssen und wir hätten den empfohlenen Basar gefunden.

Naja alles in allem ein schöner Ausflug wenn auch von der touristischen Seite etwas enttäuschend.