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Mittwoch, 22. August 2007

Das dritte Wochenende - Samstag

Unseren Ausflug zum Golcanda Fort was wohl umheimlich schön sein muss, den wir für Samstag morgen geplant hatten liessen wir dann doch sein und vergammelten den Tag in der Wohnung.
Abends ging es dann zum Chinesen, der sogar im Lonely Planet empfohlen ist.
Das ganze nennt sich Oris und soll wohl eines der besseren Restaurants in Hyderabad sein.
Wir waren eher enttäuscht. Das Essen (ich hatte Hunan Fisch) war nicht besonderes und die Kellner waren total überfordert. Neben mir saß ein weiterer Deutscher, der seine Vorspeise und den Hauptgang gleichzeitig bekam während sonst noch niemand etwas hatte.
Bis der Rest (wir hatten gleichzeitig bestellt) was bekam dauerte es auch noch 5 Minuten, Michael (der Deutsche) hatte seinen Hauptgang in die Küche zum Warm halten zurückgeschickt damit er die Vorspeise in Ruhe essen konnte.
Nach eine Weile und viel Chaos kam dann auch der Rest des Essens, bis auf Lenas bestellt Cola und Eduardos Essen.
Als dann endlich alle satt waren kam auch Eduardos Essen, der sich aus Hunger mittlerweile über die anderen Gerichte die um ihn rumstanden hermachte. Die Portionen hier sind meistens so groß, dass man das gar nicht alleine schafft. Insbesondere meinen Reis hab ich bisher noch nie ganz essen können.
Rechnung gab es dann auch sogar für jeden einzelnen (das erste mal in Indien). Nur leider standen die Getränke nicht bei den Leuten drauf die sie bestellt hatten. Also wurde konspirativ rumgerätselt "Wer hat meine Cola", "Wem fehlt ein Wasser auf der Rechnung?". Die Preise waren für Indien auch nicht ohne. Dürften so um die 500 Rupees pro Person gewesen.

Sind dann im Vergleich zum Vortag auch recht zügig heimgefahren. Manche sind wohl noch in einen Club gegangen aber wir hatten beide keine Lust darauf. Nicht zuletzt deswegen, weil wir nicht wie am Vortag nachts über das Tor klettern wollten. In unserem Haus lebt unter der Treppe in einem winzigen Zimmer ein Wachmann mit Frau und zwei Kindern, der nachts das Tor abschliesst. Radha meinte zwar den könnten wir nachts anrufen und er macht uns auf aber irgendwie wollten wir den Kerl auch nicht aufwecken.

Das dritte Wochenende - Freitag

Und wenn ich grad schon dabei bin von meinen vergangenen Wochenende zu erzählen reich ich das dritte (und vormit letzte ;) ) auch gleich noch nach.

Donnerstag abends hatte ich es endlich mal geschafft und Stephi ne Mail geschrieben um rauszufinden was sie so abends gemacht haben. 
Freitag abends hatte ich dann auch schon eine Antwort, von ihrem Freund Eduardo hatte sie gehört, dass bei den AIESEC Studenten (von denen wir bisher nur die bei mobileOne kannten und die uns vergessen hatten Bescheid zu sagen) eine Geburtstags/Abschiedsparty war und ich Eduardo doch mal anrufen sollte.
Leider hab ich die Mail nicht gelesen, dafür stand auf einmal ein uns unbekannter Brasilianer vor der Tür mit den Worten "Party in Banjara Hills. Lets go".

Öhem ja nach kurzem stellte es sich dann raus, dass es eben genannter Eduardo war, der vorbeigekommen war um uns abzuholen.
Also schnell Laptops aus, umgezogen und auf gehts.
Wir in der Rikscha und Eduardo auf seinem Motorrad neben her damit wir den Weg finden. Auf dem Weg dahin hielten wir an einem Alk-Laden und kauften uns noch indisches "King Fisher" Bier. Das gibts in der Variante normal und strong und nur als 0.5 liter Flaschen. Ich hab 2x das starke genommen, Lena zwei Flaschen vom normalen. Solang es kühl war hat es sogar ganz gut geschmeckt aber als es dann langsam warm wurde war er nicht mehr so ganz genießbar.
Meins hat 70 Rupees die Flasche gekostet als etwas mehr als einen Euro.

Auf der Party hatten wir dann den riesen Kulturschock. Lauter hellhäutige Leute. Soviele haben wir die Wochen vorher nicht mehr zusammengenommen gesehen.
Lauter AIESEC Studenten die fast ausnahmslos schon seit Ewigkeiten hier sind. Die Zeitspannen varierten von 1 1/2 Jahren bis zu 4 Wochen. Nationalitäten waren auch alle vertreten, ein Deutscher, Holländische Mädels, eine Russin, ein Tscheche, eine Britin, Kolumbianer, Brasilianer, zwei Chinesinnnen (glaube zumindest die zweite war auch) und eine Schwedin. Von den ganzen Namen hab ich mir maximal vier gemerkt ;).
Im Zweifelsfall wenn es eine Frau ist ist sie aus Holland bei einem Kerl ist er aus Kolumbien.

Der ganze Abend bestand aus den üblichen Gesprächen (Whats your name.. from where.. how long have you been here already.. how long will you stay .. to where have you traveled) und war super nett. Ein richtig schöner Abend.
Danke hiermit nochmal an Stephanie, dass sie Eduardo bescheid gesagt hat ;)

Vom deutschen (ich weiß bis heute nicht ob er jetzt Tino oder Timo hieß) wurden wir dann noch für den nächsten Abend zu seinem Abschiedsessen bei einem Chinesen um die Ecke eingeladen, da er Sonntags Richtung Delhi aufbrach um noch ein wenig rumzureisen bevor er dann nach Dresden zurückgeht. Das "lustige" an ihm war, dass er wohl schon so lange hier war und nur englisch sprach, dass er überhaupt kein Deutsch mehr konnte. Er hat immer angefangen Englisch zu sprechen, dann ist ihm eingefallen, dass wir deutsch können dann kamen zwei Brocken Deutsch aus ihm heraus bevor er wieder ins englische gefallen ist. Das hat die Kommunikation leider etwas erschwert.

So gegen halb vier haben wir uns dann mal auf den Rückweg gemacht. Mit Eduardo der uns begeleitet hat haben wir uns einen Rikschafahrer aufgeweckt. Die armen Kerle schlafen teilweise in den Dingern. Eduardo ist dann wieder zurück zur Party und wir sind auf dem schnellsten Weg nach Hause. Naja hätten wir gerne gehabt leider ist der Rikschafahrer einen ziemlichen Umweg gefahren, wir waren aber beide zu müde, als dass uns das rechtzeitig aufgefallen wäre.
Nachts kosten die Rikschas 150% also kamen zu den 100 Rupees nochmal 50 dazu, was dann doch etwas teurer war als die 60 fürs hinkommen.